Im Rahmen gesellschaftlicher Veränderungen, zunehmender Individualisierung und Pluralisierung
werden menschliche Lebenswelten immer undurchsichtiger und unüberschaubarer. Durch steigende
Orientierungslosigkeit wird es für viele zunehmend schwieriger, den Alltag erfolgreich zu meistern.
Welche Aufgaben ergeben sich daraus?
Der Verein Domino-Coburg e.V. ist ein freier, gemeinnütziger Träger der Jugendhilfe mit dem Ziel, die offene Kinder-, Jugend- und Familienarbeit in der Stadt Coburg zu fördern. Unsere Angebote richten sich grundsätzlich an alle Kinder, Jugendlichen und ihre Familien, wobei wir uns verstärkt zuständig sehen für Menschen mit besonderen
Bedürfnissen nach Unterstützung bei ihrer individuellen Lebensgestaltung sowie ihrer personalen und sozialen
Integration.
Wir respektieren die Persönlichkeit derjenigen, die unsere Angebote annehmen, in ihrer Eigenart und begegnen
ihnen mit Achtung und Wertschätzung.
Vor dieser Prämisse sehen wir unsere Aufgabe darin, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu selbständigen
und verantwortungsbereiten Persönlichkeiten zu unterstützen, die ihren Platz in der Gemeinschaft einnehmen
können. Damit dies gelingt, müssen Kinder und Jugendliche angemessene soziale und sprachliche Fähigkeiten
erwerben sowie Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen entwickeln können; Familien müssen in ihrer Erziehungs-
kompetenz gestärkt werden.
In den Räumen unserer Einrichtungen stellen wir ein Umfeld zur Verfügung, in dem Kinder und Jugendliche sich
wohl fühlen können, das ihnen Gestaltungsfreiräume und Handlungsfelder bietet, ihnen vielerlei Anregungen zur
Freizeitgestaltung gibt, Bildungsangebote macht sowie schulisches Lernen unterstützt und bis hin zu Betreuung und
Versorgung von Grundbedürfnissen reicht, wo dies nötig ist.
Nicht zuletzt erfolgt soziales Lernen durch den Aufbau von Beziehungen zu den Mitarbeiter/-innen und durch deren
Zuwendung. Die Kinder und Jugendlichen können sich auf die akzeptierende Unterstützung der Mitarbeiter/-innen
verlassen, die es als ihre Aufgabe ansehen, für sie Partei zu ergreifen.
Unsere Pädagogik folgt dabei den Grundprinzipien von offener Arbeit. Die Kinder und Jugendlichen nehmen unsere
(weitgehend kostenfreien bzw. mit geringen Kosten verbundenen) Angebote freiwillig wahr; diese orientieren sich
an ihrer Lebenswelt und ihren jeweiligen Bedürfnissen und können von ihnen maßgeblich mitgestaltet werden.
Was macht den Unterschied zu anderen Einrichtungen aus?
Was ist einzigartig an unserer Einrichtung?
Als Alternative zu kirchlicher oder verbandlicher Kinder- und Jugendarbeit laden wir Kinder und Jugendliche
unabhängig von ihrer Konfession und Herkunft ein, unser breitgefächertes Angebot je nach Interessen- und
Bedürfnislage für sich zu nutzen.
Wir sind als ehrenamtlich geführter Verein, hinter dessen Vorstand interessierte Mitglieder stehen, im Hinblick auf
die Bandbreite unserer Angebote einzigartig: Unter einem Dach vereinigen wir vier von einander weitgehend
unabhängige Bereiche, nämlich die offene Kinder- und Jugendarbeit im Kinder- bzw. Jugendzentrum, die Arbeit mit
Aussiedlerkindern und –jugendlichen und ihren Familien im Integrationsprojekt, sowie die Mobile Jugendarbeit.
Enge Kooperation und Durchlässigkeit zwischen den Bereichen unterstützen eine kontinuierliche Arbeit und lassen
bei vielen Kindern und Jugendlichen ein Gefühl der Zugehörigkeit wachsen.
Ständige Reflexion und Überprüfung von Konzepten und Qualität der erbrachten Leistungen sollen sicherstellen,
dass Angebotsstruktur des Vereins und Interessenlage des Klientels weiterhin übereinstimmen.
Die Kompetenzerweiterung unserer Mitarbeiter durch Fort- und Weiterbildung ist uns in diesem Zusammenhang
ein wichtiges Anliegen.
Unsere Einrichtung lebt von der starken Partizipation und Eigenverantwortung der Mitarbeiter, die in ihrer Arbeit
große Freiräume für Kreativität und Entfaltung vorfinden, um bestehende Projekte weiterzuentwickeln bzw. neue
Ideen zu verwirklichen. Dieser Prozess der Weiterentwicklung geschieht in der Kooperation und Diskussion zwischen
Mitarbeitern, Vorständen und Mitgliedern. Ihn gestalten immer auch die beteiligten Kinder und Jugendlichen mit,
indem sie in Interaktion mit den Mitarbeitern treten oder vorhandene Gestaltungsfreiräume nutzen.
Was ist notwendig, damit wir als Organisation gesund bleiben und uns positiv weiterentwickeln
können?
Um seine pädagogische Arbeit überhaupt ausführen zu können, ist der Verein Domino angewiesen auf die
Kooperation mit und die Unterstützung und Wertschätzung durch die Verantwortlichen in Politik und Stadt-
verwaltung, die die benötigten Mittel zur Verfügung stellen. Persönliches Engagement und das Übernehmen von
Verantwortung auf verschiedenen Ebenen durch interessierte Bürger sorgen für kreative Impulse. Vernetzung und
Austausch mit relevanten Partnern – weiteren Anbietern von Leistungen in dem Bereich Kinder- und Jugendarbeit
etwa – wird in Zukunft angesichts knapper werdender Ressourcen verstärkt an Bedeutung gewinnen.
Mit der Übernahme der Trägerschaft für das geplante Familienzentrum stellen wir uns dieser Anforderung.
Zum Abschluss:
- Was Kinder und Jugendliche brauchen (und wir ihnen geben wollen)
- Respekt und Achtung: Ein Ort der Wertschätzung
- Geheimnisse: Ein Ort des Vertrauens
- Zeit: Ein Ort der ungeteilten Zeiten
- Verständnis und Verlässlichkeit: Ein Ort der Akzeptanz und Sicherheit
- Gewaltfreiheit: Ein Ort der angstfreien Entwicklung
- Bewegung und Ruhe: Ein Ort der Lebendigkeit und Entspannung
- Erfahrungsräume: Ein Ort des Erlebens
- Mitsprache und gemeinsame Regeln: Ein Ort der erfahrbaren Demokratie
- Optimismus und Sicherheit: Ein Ort der Freude
- Erfahrbare Sinnzusammenhänge: Ein Ort lebensnaher Wirklichkeiten
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